Watch – Glaub nicht alles, was du siehst von Michael Meisheit [Rezension/Werbung (Rezensionsexemplar)]




Genre: Thriller
Seitenanzahl: 410
Preis: 10,99€ (D) & 11,30€ (A)
Erscheinungsdatum: 14.Juni.2021
Verlag: Heyne

Hier geht es zum Buch: Heyne

Inhalt:

Meide öffentliche Orte. Traue keinem. Und vor allem: Bleib nicht stehen!

Was macht man, wenn man niemanden trauen kann? Nicht mal mehr der Polizei? Und der Feind seine Augen überall hat? Genau das passiert Tina, als sie ein Jobangebot annimmt, es klang eigentlich viel zu toll um war zu sein. Sie soll für ein paar Wochen in London ein unauffälliges leben ohne Kontakt zu ihrem jetzigen Leben, keine E-Mails, keine Anrufe, kein Social Media. Doch sie gerät in ein kriminales Netzwerk und aus einem Job wird ein Rennen um Leben und Tod.

Meine Meinung:

Ich gebe zu, ich habe ein etwas anderes Buch erwartet. Denn mir war nicht klar, dass es hier um einen Clan geht. Somit ging die Geschichte natürlich in eine ganz andere Richtung, als ich es am Anfang gedacht habe, was aber keinesfalls schlecht war. Gerade dieser Aspekt des Clans hat für eine enorme Spannung gesorgt, denn die haben ihre Leute, die sind gut vernetzt, die kennen sich aus, all das erhöht die Spannung, denn der Leser merkt einfach, wie gut die organisiert sind, wie sie die Polizei an der Nase rumführen, wie alle eigentlich machtlos sind.

Die Geschichte wird uns auf verschiedenen Perspektiven erzählt, einmal sind wir bei Tina und einmal bei Neal, unserem Ermittler. Zwischendurch kommen noch ein paar andere Perspektiven dazu, aber Tina und Neal sind eigentlich die tragenden Perspektiven. Das ganze Buch wird in der personalen Erzähler mit Multiperspektive, also in der Er/Sie Form erzählt. Manchmal war ich ein wenig verwirrt, denn das einzige, was erkenntlich macht, das wir die Perspektive wechselnd ist die Kapitelüberschrift, denn in der steht immer ein Ort und ein Datum. Das war gerade dann sehr verwirrend, wenn jemand „plötzlich“ an einem anderen Ort war. Dennoch wird es meist in den ersten 3 Sätzen aufgeklärt, weil dann ein Name folgt und somit wusste ich wieder, bei wem ich bin.

Das Thema, das sich Michael Meisheit hier ausgesucht hat, ist wirklich hervorragend. Ich weiß, es gibt viele Bücher in diese Richtung, aber er hat es geschafft, dieses Thema so einzubauen, das ich ihm abgekauft habe, das es dieses „WATCH“ gibt und das es genau so sein könnte. Was passiert, wenn sich deine eigentliche Sicherheit plötzlich gegen dich wendet und du vor jeder Kamera aufpassen musst? Was passiert, wenn plötzlich die bösen auch alles sehen können, auf alles ohne Probleme Zugriff haben und du vor nichts mehr sicher bist? Alleine dieser Aspekt der Geschichte macht es spannend. Denn du wirst nicht einfach verfolgt, mit einem Auto und wenn du weg bist, bist du weg. Sie sehen dich überall, du kannst nicht plötzlich weg sein, denn überall sind Kameras.

Was mich allerdings gestört hat, war das viele Entwicklungen viel zu schnell gingen, ich möchte hier nicht spoilern, aber es gibt hier einige Dinge, wo ich mir dachte, das es unrealistisch ist, das es so schnell passiert. Jeder andere Mensch hätte eventuell darüber nachdenken müssen, hätte mehr gefragt, wäre standhafter geblieben oder was auch immer, doch das war hier nicht der Fall. In wenigen Sekunden waren Personen von etwas überzeugt, änderten ihre Meinung oder setzen gleich ihr ganzes Leben aufs Spiel. Das fand ich persönlich ein wenig zu unrealistisch, aber ich glaube, die Geschichte hat das gebraucht. Hätten hier Leute überlegt, viel nachgefragt oder wären immer bei ihrer Meinung geblieben, hätte dieses Buch so nicht funktioniert.

Außerdem habe ich versucht, mich in gewisse Personen hineinzuversetzen. Wenn ich mich plötzlich vor jeder Kamera verstecken müsste, wäre ich verloren. Wo sind die Kameras? Was sehen sie alles? Wie muss ich stehen, damit sie nicht mein Gesicht erfasst? Doch das war hier für niemanden ein Problem, kein bisschen. Innerhalb von Sekunden hat das ohne Probleme funktioniert und damit war es okay. Ich glaube nicht, das es einer „normalen“ Person so gehen würde, wir bekommen die Kameras meistens schon gar nicht mehr mit, es ist normal, dass Geschäfte überwacht werden. In New York ist es zum Beispiel normal, das an jeder so gut wie jeder Kreuzung eine Kamera hängt. Für diese Menschen ist das normal, ich bin mir nicht sicher, ob man von „das ist normal“ zu „das ist gefährlich“ in Sekunden wechseln kann und sofort weiß, wie man sie umgeht oder wie man steht, damit sie einen nicht erfassen und so weiter.inen nicht erfassen und so weiter.

Die Charaktere waren wirklich bildhaft und real. Sie tragen die Geschichte! Alle haben ihre Besonderheiten und wären auch sehr schwer einzutauschen gewesen, denn dann hätte die Story nicht mehr funktioniert. Jede Person hatte ihre Art und ihre Eigenheiten und die waren wichtig. Alle hatten ihre Geschichte, ihre Vergangenheit, ihre Last und ihr Glück. Auch das merkt man beim Lesen, auch wenn wir nicht von jeder Figur gleich viel erfahren, habe ich sehr wohl gemerkt, das sie alle einzigartig sind und sich der Autor da sehr wohl Gedanken gemacht hat.

Allerdings haben wir hier einen Ermittler und ich tue mir im Allgemeinen sehr schwer mit Ermittlern, denn sie haben alle ein riesen Problem (Alkohol, Drogen, Gewaltausbrüche und so weiter), es gibt sehr wenig Ermittler, wo ich es in Ordnung finde oder wo ich finde, das es passt, das es dazu gehört. Auch in diesem Fall hat unser Ermittler ein „Alkoholproblem“, er besäuft sich nicht über alle Maßen, aber ohne seine 2 Gläser Wein am Abend geht er nicht ins Bett. Es hat mich gestört, kann denn kein Ermittler ein halbwegs normales Leben führen? Muss jeder Ermittler völlig fertig sein und psychisch ein Wrack? Anscheinend ja. Trotzdem ist unser Ermittler hier ein sehr sympathischer und man schließt ihn eigentlich in Herz und hat ihn gern.

Ich weiß das hier war ein bisschen viel „Aber, so geht das nicht“ und „Das passt so nicht“, aber das Buch war spannend, beim Lesen hab ich mir darüber so gut wie keine Gedanken gemacht. Ja, ich dachte mir kurz „Oh, das ging jetzt aber schnell!“, aber das war es dann auch schon wieder. Es war nichts was mich ernsthaft gestört hätte. Die Geschichte war spannend, der Schreibstil wirklich gut und ich flog nur so durch die Seiten. Das Thema hat mich noch mehr dazu gebracht weiter zu lesen, weil ich wissen wollte wie weit man mit „WATCH“ gehen kann. Es war alles in allem ein wirklich wirklich gutes Buch.

Kurz und Knapp:

Ich habe ein etwas anderes Buch erwartet, doch gerade der Clan hat das Buch dann doch sehr spannend gemacht. Einige Dinge gingen mir ein wenig zu schnell, Personen änderten innerhalb von Sekunden ihre Meinung, sind bei gefährlichen Dingen dabei, ohne auch nur ernsthaft darüber nach zu denken und so weiter. Jeder wusste, wie er die Kameras umgeht, egal ob er damit schon mal zu tun hatte oder nicht. Dafür war die Geschichte und das Thema einfach spannend. Die Charaktere waren bildhaft und Real. Im Großen und Ganzen war es ein wirklich guter Thriller.

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