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Januar 27

Still Alice von Lisa Genova [Rezension/Werbung]




Genre: Roman
Seitenanzahl: 316
Preis: 10,00€ [D] (Taschenbuch)
Erscheinungsdatum: 12.02.2015
Verlag: Bastei Lübbe







Inhalt:

Alice leben ändert sich schlagartig als sie die Diagnose Alzheimer-Krankheit bekommt. Sie ist doch erst fünfzig. Machtlos muss sie und ihre Familie dabei zusehen wie sie immer mehr vergisst. Wie alle Stratigien nicht mehr greifen und Alice sich verändert.

Meine Meinung:

Die Geschichte war gut erzählt, doch gerade am Anfang dachte ich mir immer wieder, dass alles viel zu schnell geht. So schnell und gravierend kann doch keine Alzheimerkrankheit voranschreiten, zumindest dachte ich das. Doch ich habe mich informiert, habe im Internet recherchiert und mit Personen gesprochen, die davon Ahnung haben, und man hat es mir bestätigt, zumindest zum Teil. Man kann das wohl nie so genau sagen, es gibt Menschen die Leben jahrelang damit ohne ernsthafte Einschränkungen und dann gibt es Menschen, die verlieren innerhalb eines Jahres ihr ganzes Leben und sich selbst. Aber daher dachte ich am Anfang, dass die ganze Geschichte unlogisch ist, aber ich wurde vom Gegenteil überzeugt.

Das Buch hat mich sehr beschäftigt. Es hat in meinem Kopf unaufhörlich gearbeitet, wie schnell das Leben doch vorbei sein kann, ohne das etwas passiert. Es braucht keinen Unfall oder Ähnliches, das ganze Leben kann von heute auf morgen plötzlich auf den Kopf gestellt werden. Ich habe immer, wenn ich die Möglichkeit hatte mit meinem Umfeld darüber gesprochen, nicht direkt über das Buch, sondern auch über Alzheimer. Ich habe mir im Internet Artikel und Sonstiges dazu durchgelesen. Dieses Thema hat mich irgendwie nicht mehr losgelassen und tut es auch jetzt noch nicht so recht.

Lisa Genova hat diese Geschichte gut erzählt, sehr realistisch und nah. Ich wollte immer wissen, wie es weiter geht, wie schnell Alice sich selbst verliert und was als Nächstes passiert. Wenn man nur das betrachtet, dass Alice so erlebt und wie es ihr ergeht, ist das Buch sogar herzergreifend und ich wollte Alice manchmal wirklich gerne in den Arm nehmen und ihr versichern, das alles in Ordnung ist und das es gar nicht schlimm ist, was da gerade passiert. Allerdings geht die Autorin nicht wirklich in die Tiefe, die Gedanken und Gefühle von Alice sind noch recht gut dargestellt, man kann sich was darunter vorstellen und es kommen Emotionen wie zum Beispiel Mitleid, Trauer oder Mitgefühl hoch. Allerdings wurde mir persönlich zu wenig auf das Umfeld eingegangen. Wie fühlt sich ihr Mann damit?Wie fühlen sich die Kinder? Was für Ängste/Sorgen/Gedanken haben sie? Denn gerade so eine Diagnose erschüttert nicht nur einen selbst, sondern auch das Umfeld.

Ich möchte hier noch kurz anmerken, dass sich die Autorin hier ein sehr einfaches Setting erschaffen hat, keineswegs möchte ich das schlecht reden oder abwerten, aber das, was Lisa Genova uns hier erzählt, ist für viele nicht möglich und nicht die Realität. Das fand ich ein wenig schade, denn so fehlen viele Probleme, die viele von uns hätten, wenn jemals ein angehöriger Alzheimer bekommen sollte. Außerdem ist Alice eine sehr einfache „Patientin“, zumindest von dem, was wir zu sehen bekommen. Ich weiß, dass es auch noch eindeutig „schlimmer“ sein kann, damit meine ich die Person an sich. Es gibt Menschen, die verzweifeln, werden aggressiv, ändern quasi ihr ganzes Wesen, weil sie anfangen zu vergessen.

Zu den Charakteren kann ich in diesem Fall sehr schwer etwas sagen, denn ich habe zu niemanden eine Bindung aufgebaut. Mir war niemand sonderlich sympathisch, niemand ist herausgestochen, keiner hat ernsthafte Emotionen hervorgerufen. Sie waren zwar alle da, aber auch irgendwie Blas. Sie hatten zu wenig Emotionen, Gefühle, Menschliches. Versteht mich nicht falsch, die Figuren waren okay, aber nicht greifbar. Ich ringe gerade mit den Worten, weil ich nicht genau weiß, wie ich euch erklären soll, was ich meine.

Kurz und Knapp:

Das Thema des Buches hat mich sehr beschäftigt und ich habe viel darüber mit meinem Umfeld gesprochen und viel dazu gelesen. Die Geschichte wurde gut erzählt, ich wollte immer wissen, wie es weiter geht und wie schnell es geht, wie lang es noch dauert, bis Alice sich ganz verloren hat. Dennoch ging mir Lisa Genova leider zu wenig in die Tiefe, ich habe zu wenig erfahren, wie sich die Angehörigen fühlen und was das ganze mit diesen macht. Mir wurde zu wenig auf die Gefühle/Gedanken/Ängste der Familie eingegangen. Die Charaktere waren für mich alle eher Blas und nicht greifbar. Sie haben keine Emotionen hervorgerufen und ich fand sie alle nicht unsympathisch, aber auch nicht direkt sympathisch.

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VeröffentlichtJanuar 27, 2021 von Sabine in Kategorie "Rezension", "Roman

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