Save Me – Mona Kasten [Werbung/Rezension]




Genre: New Adult
Seitenanzahl: 407
Reihe: 1 von 3
Preis: 12,99€ [D]
Erscheinungsdatum: 23.02.2018
Verlag: LYX

Inhalt:

Ruby Bell interessiert sich nicht für die Partys, das Geld, den Luxus und die Macht. Sie will unentdeckt bleiben und in Ruhe für Oxford lernen. Dank des Stipendiums für das Maxton Hall College ist sie ihrem Traum von Oxford endlich ein Stück näher, doch sie passt nicht in diese Schule. All ihre Mitschüler haben Geld, schmeißen jedes Wochenende Partys mit Hunderten von fremden Leuten und genießen die Macht, die sie haben. Genauso ist James Beaufort. Er ist reich, arrogant und lebt nur von Party zu Party. Doch dann findet Ruby etwas heraus, das den Ruf seiner ganzen Familie zerstören könnte, wenn es an die Öffentlichkeit gelangt. Plötzlich hat James sie im Auge und weiß ganz genau, wer sie ist. Und obwohl die beiden sich nie kennenlernen wollten, lassen ihre Herzen ihnen schon bald keine andere Wahl.

Meine Meinung:

Das Buch hat mich gut unterhalten. Ich habe eigentlich gerne dazu zugegriffen und habe gelesen, in was für ein Drama die beiden jetzt schon wieder schlittern, aber mehr war es leider auch nicht. Der Schreibstil von Mona ist dafür sehr leicht und flüssig. Ich flog nur so durch die Seiten, ohne es eigentlich zu merken. Es hat diese typische Liebesroman, Leichtigkeit. Mona wollte in meinen Augen zu viel. Sie wollte zu viele wichtige und diverse Themen miteinbauen (Behinderung, Homosexualität,…) es aber gleichzeitig so wirken lassen als wäre es „normal“. Versteht mich nicht falsch, es wird diese Konstellationen im echten Leben bestimmt irgendwo so geben, doch das ist ein Roman und hier wirkte es gerade durch die zu gewollte Normalität zu gestellt und gewollt. Mona hatte einen guten Ansatz mit den Themen, doch sie nimmt sie falsch auf. Denn auch wenn ich mir wünschen würde, das All diese Themen „normal“ wären, so ist es das nicht, also würden gewisse Dinge und Themen viel mehr Raum brauchen.

Sobald jemand im Rollstuhl sitzt, bringt das viel mit sich, auch wenn es nur die neugierigen Blicke sind. Aber häufig ist es verbunden mit Problemen, weil keine Barrierefreiheit herrscht, Erklärungen gegenüber anderen Tricks die man sich monatelang aneignen muss (jeder in der Familie.) Ich möchte hier nicht zu sehr auf das Thema eingehen, aber ich weiß das es nicht mal eben so „normal“ ist, wenn jemand in der Familie plötzlich im Rollstuhl sitzt. Auch weiß ich, dass es immer noch nicht als normal angesehen wird, wenn man auf einer Party mit demselben Geschlecht rum macht. Im Normalfall kommt es zu blicken, in der Schule wird man zumeist komisch angesehen und das kann soweit gehen, dass man beleidigt wird, dass man körperlich angegriffen wird. Doch auch das lässt Mona hier außer acht. Es ist zwar nur eine Nebenfigur, die das betrifft, aber wenn es thematisiert wird, dann sollte es das in meinen Augen auch richtig und nicht nur halb. Und umso mehr Themen sie aufgegriffen und eingebracht hat, desto mehr hab ich mit den Augen rollen müssen und mich fragen müssen, was Mona hier eigentlich tun wollte. Ich finde den Ansatz und die Idee wirklich wirklich gut, denn ja, es sollte so normal sein, wie ich es hier zu lesen bekommen habe, es sollte nicht mehr als einige Sätze brauchen, um das Thema Behinderung oder Homosexualität mit einzubauen. Doch leider sind wir davon noch sehr sehr weit entfernt und es ist nicht „normal“ und man kann nicht „normal“ leben. Aber das ist ein anderes Thema.

Aber Mona hat sogar eine Sportart einbauen wollen, die nicht typisch ist. Ich habe von diesem Sport davor noch nie gehört bzw. so viel gehört, das ich wissen würde, was sie da eigentlich spielen. Auch nach dem Buch habe ich keine Ahnung, ich weiß nur, es spielt auf einem Spielfeld. Diese Sportart spielt zwar keine große Rolle in dem Buch, doch sie ist eine Leidenschaft von James und gerade da hätte ich mir etwas mehr Fokus gewünscht. Zumindest so das ich am Ende weiß, worum es denn geht. Verseht mich nicht falsch, ich habe keine Ahnung von Tennis, Fußball, Basketball, Eishockey oder was auch immer, aber wenn so ein Sport im Buch auftaucht, dann ist es meist so, das ich am ende mit etwas mehr verständig raus gehe, doch hier weiß ich nicht mal, was eigentlich gespielt wurde.

Ja, die Geschichte so wie wir sie hier haben, ist ja nichts Neues, er ist reich und beliebt und sie ist arm und das graue Mäuschen und trotz allen Umständen verlieben sie sich und müssen um ihre Liebe kämpfen. Es war ein Klischee, das man halt schon hundertmal gelesen und gesehen hat, dieses Prinzip oder so ähnlich wenden fast alle Romane in diese Richtung an und das ist für mich kein Problem. Ich lese das wirklich gerne, doch hier war es mir in Kombination (zu viel Diversität wollen und dieses extreme Drama) einfach zu viel. Von Anfang an herrscht ein Drama zwischen den beiden, und sobald sich ein Problem löst, kommt innerhalb weniger Seiten das nächste. Es kann sich nie wirklich etwas entwickeln und ich als Leserin saß dann da und fragte mich, was sie eigentlich noch von bzw. bei ihm will, denn ich würde mich nicht so behandeln lassen. Ich konnte die Gefühle nicht nachvollziehen und war nicht zu 100 % dabei, egal ob auf Gefühlsebene oder Vorstandsebene.

Außerdem finde ich es schade, dass wir so wenig aus seiner Sicht lesen. Es gibt sehr wenige Kapitel aus seiner Sicht und eigentlich dadurch, dass es so wenige sind, hätte man sich auch ganz weglassen können. Die Kapitel gaben mir nicht so einen krassen Einblick in seine Gedanken oder Gefühle, das ich sagen könnte, man braucht sie unbedingt. Sie sind nett, aber mehr auch nicht. Ich hätte gerne mehr aus seiner Sicht und aus seinem Kopf mitbekommen, hätte gerne gelesen, was er von Ruby hält und wie er über gewisse Situationen denkt. Ich hätte gern mehr über die Verbundenheit mit seiner Schwester gelesen. James blieb dadurch noch „blasser“ als Ruby, denn ich bekomme alles nur aus ihrer Sicht erzählt und er bekommt nicht mal die Chance, das aus seiner Sicht zu erzählen.

Es geht mir oft so, das ich gewisse Verhaltensmuster besser verstehe und Nachvollziehen kann, wenn ich es aus seiner Sicht lese und seine Beweggründe verstehe, so war James einfach nur ein Arschloch. Ich konnte nicht mitfühlen. Bei mir kamen keine Gefühle auf, ich war nicht traurig, wenn mal wieder etwas schief ging und Ruby am Boden zerstört war. Ich war nicht glücklich, wenn es mal so aussah, als könnte es ein Happy End geben. Ich war nicht wütend auf James, wenn er sich mal wieder wie ein Arsch benahm. Es gab keine Gefühle beim Lesen für mich, bei mir kam nichts an und gerade davon lebt diese Art von Büchern, das ich als Leserin Mitfieber leider hat das hier komplett gefehlt.

Ruby war ein toller Charakter, sie und ihr Bulletjournal. Alleine dafür habe ich sie geliebt. Ich selbst führe keines oder nicht das, was viele darunter verstehen, aber ich liebe es, mich auf Facebook oder Instagram oder so durch die Beiträge zu scrollen und mich inspirieren zu lassen. Mir die wunderschön gestalteten Seiten oder sonst was anzusehen. Ich bin fasziniert von der Ordnung und dem System, das Ruby und viele andere da rein bringen. Ruby arbeitet z. B. mit Farben, ich könnte das nicht. Ich würde ständig vergessen, welche Farbe wofür ist und am ende alle mit einem Kuli eintragen, weil es schneller geht, als den grünen Stift zu suchen.

Doch das war es dann auch leider fast schon wieder, was ich loben kann, denn ich finde die Charaktere prinzipiell austauschbar. Es gab nichts, was sie ausgezeichnet hat. Ja, Ruby hatte ihr BulletJournal, aber ich meine vom Charakter. Ich hätte die Figuren durch jede X beliebige Ersetzen können und die Geschichte wäre gleich geblieben. Es waren keine besonderen Charakterzüge vorhanden. Er war der reiche Arsch und sie das arme Mädchen, das nicht auffallen möchte. Es gab für mich keinen Tiefgang, sie hatten nichts, was sie „unersetzbar“ oder so gemacht hätte. Auch alle Nebenfiguren waren genau so. Ja, Mona hat versucht, wie oben beschrieben, Diversität hineinzubringen, aber mal ganz davon abgesehen, dass es einen homosexuellen Freund gab, waren die Figuren alle gleich und austauschbar. Es war ein wenig wie eine graue Masse, in der man sich bewegt. Ja, der eine Freund ist eher der Abschlepper, ja der eine weiß nicht, wann genug ist und so, aber das ist für mich nichts, was einen Charakter zeichnet und einzigartig macht.

Ich werde nicht weiter lesen, denn ich weiß das auch Band zwei voller Drama sein wird, was mich nur nerven wird, um dann in Band 3 wieder nur genervt zu sein, um am Ende zu erfahren, das sie sich lieben und nichts sie mehr trennen kann. Wenn wir ehrlich sind, wissen wir ja, wie es ausgeht, der Weg dahin ist das schöne, in diesem Fall aber nicht, da ich keine Lust habe auf noch 2 Bücher voller Drama.

Kurz und Knapp:

Mona wollte zu viel, zu viel Diversität, zu viel Drama, zu viel von allem. Die Geschichte ist ein Klischee und es wird auch nicht versucht, dieses zu brechen. Das wäre für mich auch in Ordnung, denn ich lese so eine Art von Buch zwischendurch gerne mal, doch das war zu viel. Ich flog zwar durch die Seiten, weil die Geschichte zu leicht war und Mona einen wirklich flüssigen Schreibstil hat, doch mehr nicht. Die Diversität wirkte zu gewollt und gestellt, die Charaktere waren alle sehr gleich und austauschbar. Bei mir kamen keine Gefühle an, ich habe nicht mitgefiebert. Ich war ein unbeteiligter Zuschauer und das finde ich sehr schade.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.