Werbung
Juli 11

Ohne ein einziges Wort von Rosie Walsh [Rezension/Werbung]

Genre: Roman
Seitenanzahl: 528
Preis: 9,99€ [D] 10,30€ [A]
Verlag: Goldmann
Erscheinungsdatum: 14.05.2018











Inhalt:

Stell dir vor, du begegnest einem Mann, einem wundervollen Mann, und verbringst sieben Tage mit ihm. Am Ende dieser Woche bist du dir sicher: Das ist die große Liebe, und es geht ihm ganz genauso. Zweifellos. Dann muss er verreisen und verspricht dir, er meldet sich auf dem Weg zum Flughafen. Aber er ruft nicht an. Er meldet sich gar nicht mehr. Deine Freunde raten dir, ihn zu vergessen, doch du weißt, sie irren sich. Irgendetwas muss passiert sein, es muss einen Grund für sein Verschwinden geben. Und nun stell dir vor, du hast recht. Es gibt einen Grund, aber du kannst ihn nicht ändern. Denn der Grund bist du.
© Goldmann

Meine Meinung:

Der Klappentext klang so gut, so interessant. Dieses Buch hatte so viel Potenzial, doch leider hat es mich sehr enttäuscht. Ich fand den Anfang schon etwas schwer verdaulich, denn wir bekommen die Geschichte nicht chronologisch erzählt, sondern wir hüpfen immer mal wieder in der Zeit und erleben da mal etwas und dann wieder dort etwas.
Wir fangen in der Gegenwart an, wo Sarah bereits nach Eddi sucht und ich hatte natürlich noch keine Ahnung, was vorgefallen ist und wie es dazu kam. Außerdem hatte ich ganz am Anfang schon das Problem, dass ich mit Figuren in Berührung kam, die mir nicht erklärt wurden. Ich wusste nicht, was für eine Beziehung sie zu Sarah haben, was für eine Vergangenheit besteht, wie Person A zu Person B steht und so weiter. In meinem Kopf war ständig nur eine Frage: „Wer sind diese Leute? „. Das wird zwar nach und nach alles klar, aber es dauert doch recht lang und war für mich ein schlecht gewählter Anfang.

Hier wird ein sehr bekanntes und beliebtes Stilmittel verwendet, das für mich aber so gar nicht hineinpasst, denn wir haben hier ein „Geheimnis“ und es wird immer wieder nur angeschnitten. Sie denkt immer wieder darüber nach, aber als Leser wissen wir nicht wirklich, worum es denn eigentlich geht. Ich saß oft da und dachte mir „jetzt sag mir doch bitte, worum es geht! „. In diesem Fall fand ich das Stilmittel einfach nicht passend, weil es für Verwirrung sorgte. Als ich dann endlich erfuhr, was denn jetzt Sache ist, war ich wirklich kurz wütend, ich kann an dieser Stelle leider nicht wirklich näher darauf eingehen, da ich sonst spoilern würde.

Hinzu kommt, dass ich zu keiner einzigen Figur in diesem Buch eine Beziehung aufbauen konnte, gerade zu der Protagonistin nicht. Oft hätte ich sie am Liebsten einfach geschüttelt und ihr gesagt, dass sie es endlich bleiben lassen soll. Ich persönlich fand das, was sie zeitweise getan hat, schon krankhaft. Ich konnte verstehen, dass sie traurig ist (Denn seien wir uns ehrlich, jeder von uns wurde schon mal sitzen gelassen, obwohl da doch ganz eindeutig etwas war). Ich kann viel verstehen, zum Beispiel wenn man denjenigen noch einige Male anruft, ihm schreibt, eventuell sogar mal zum Haus fährt und einfach nur nachsieht, ob er da ist. All das könnte ich verstehen, wenn es sich in Grenzen hält und nicht ewig hinzieht. Aber irgendwann ist Schluss, irgendwann muss das Leben ohne diesen Mann weitergehen. Sie stellt es manchmal so da, als wären die Beiden seit 30 Jahren verheiratet, dann ergäbe es auch Sinn, aber sie verbrachten bloß 7 Tage zusammen. Kurz gesagt verhielt sie sich wie eine 13-Jährige mitten in der Pubertät und nicht wie eine Frau Ende 30. Ich habe das Buch nur beendet, weil ich wissen wollte, ob es ein Happy End gibt und was dieses „Geheimnis“ ist.

Aber mir war keine Person so wirklich sympathisch, egal ob es Sarah oder Eddi war oder irgendwelche Freunde und Verwandte der Beiden. Auch Eddis Verhalten habe ich zeitweise nicht so ganz durchschaut, obwohl es logischer und nachvollziehbarer war als das von Sarah. Aber wir haben mit Eddi nicht viele direkte Berührungspunkte, daher kann ich das auch nicht zur Gänze beurteilen.

Für mich war auch nicht ganz verständlich, was an ihm so toll sein soll, dass sich dieses Drama und der Aufwand lohnen würden, denn wir erfahren nur nach und nach, was in diesen sieben Tagen genau passiert ist und dabei sticht für mich nichts heraus oder ist so besonders, dass es Sinn für mich ergeben würde. In meinen Augen sind das sieben ganz normale Tage für zwei „frisch Verliebte“. Mir leuchtet einfach nicht ein, was an diesem einem Mann so besondern sein soll.

Doch das Ende machte für mich das Ganze noch unbegreiflicher und ich habe noch weniger nachvollziehen können, es machte es quasi unglaubwürdig für mich. Diese Geschichte war einfach nicht meins. Die Autorin hat aber einen sehr angenehmen Schreibstil und ich überlege, ob ich ihr mit einem anderen Buch nicht doch noch eine Chance geben sollte.

Kurz und Knapp:

Mich konnte das Buch nicht begeistern oder überzeugen. Das „Geheimnis“ war hier einfach etwas fehl am Platz und wurde, meiner Meinung nach, falsch eingesetzt und war verwirrend und irreführend. Ich konnte zu keiner der Figuren eine Bindung aufbauen und Sarah hat mich die meiste Zeit auschließlich aufgeregt. Sie benahm sich für mich wie eine krankhaft verliebte 13-Jährige. Von Eddi bekommen wir leider nur sehr wenig mit und so kann ich ihn und seine Handlungen nicht immer zu 100 % verstehen, aber zumeist besser als die von Sarah. Für mich war auch nicht ganz schlüssig, was an diesem Mann so besonders sein soll, dass ich nach nur 7 Tage so verrückt nach ihm wäre und ihn nicht mehr aufgeben könnte/wollte.

Schlagwörter: , , , ,
Copyright 2021. All rights reserved.

VeröffentlichtJuli 11, 2020 von Sabine in Kategorie "Rezension", "Roman

1 COMMENTS :

  1. Pingback: Die schlechtesten Bücher 2020 [Werbung] - Sabines Buecherzimmer

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.