Noch bevor das Jahr zu ende ist von Hazel Gaynor und Heather Webb [Rezension/Werbung]





Genre: Roman
Seitenanzahl: 416
Preis: 9,99€ [D], 10,30€ [A] (Taschenbuch)
Erscheinungsdatum: 19.11.2018
Verlag: blanvalet

Klappentext:

Der Krieg riss sie auseinander – doch manchmal ist die Liebe stärker als das Schicksal …

August 1914. Als Evie Elliott sich von ihrem Bruder Will und dessen bestem Freund Thomas Harding verabschiedet, die von London zur Front aufbrechen, ahnt niemand, dass die Schrecken des Krieges Jahre andauern werden. Während all dieser Zeit teilen Evie und Thomas ihre größten Ängste und Hoffnungen miteinander und kommen sich so immer näher. Das Schicksal scheint jedoch andere Pläne für sie zu haben …

Weihnachten 1968. Im Gepäck ein Bündel Briefe, die für ihn sehr wertvoll sind, reist Thomas Harding nach Paris, um die Geister der Vergangenheit endlich zur Ruhe zu betten. Doch ein letzter Brief wartet noch auf ihn.
©blanvalet

Meine Meinung:               

Ich habe zu dem Buch zuerst aufgrund des Covers gegriffen und als ich dann den Klappentext gelesen hatte, war ich bereits Feuer und Flamme. Leider erlischte das, sobald ich das Buch angefangen habe, zu lesen. Das Buch ist eigentlich nur in Form von Briefen geschrieben, die zwischen mehreren Personen hin und her gehen, die meisten allerdings sind von Tom und Evie. Ich persönlich finde es schade, dass im Klappentext nie die Rede davon ist, dass dieses Buch nur auf Briefen aufbaut, es war mir fast klar, das ich solche zu lesen bekomme, denn wie sonst soll man sich mit jemanden Unterhalten im Jahr 1914, der einige Kilometer weit weg ist? Aber dadurch, dass ich alles nur durch die Briefe erlebt habe, wurde ich sehr auf Abstand gehalten. Die Emotionen, die Ängste, das Leid und alle anderen Gefühle, die Evie, Will, Tom oder sonst jemand hatte, kamen bei mir einfach nicht richtig an. Denn ich war nie dabei, ich habe es immer nur im Nachhinein, recht nüchtern, in einem Brief geschildert bekommen. Bei gewissen Szenen musste ich zwar kurz schlucken, weil ich mir nicht vorstellen möchte, so etwas Schreckliches selbst einmal zu erleben, aber ich finde es trotzdem schade, das man mich als Leser so auf Abstand gehalten hat. Ich wäre gerne näher am Geschehen dran gewesen, sowohl im Krieg bei Thomas als auch bei Evie in England.

Außerdem werden im Laufe des Buches immer wieder auf Briefe Bezug genommen, die ich gar nicht zu lesen bekommen habe. Oft hatte ich also das Gefühl, ich hätte etwas verpasst, weil ich nicht wusste, was die andere Person im anderen Brief geschrieben hat und ich nur die Antwort darauf mitbekam. Ich kannte mich zwar aus, worum es ging, aber trotzdem hatte ich das Gefühl, das ich etwas verpasst hatte.

Durch die Erzählform blieben für mich auch die Charaktere eher blass, ich konnte nicht richtig mitfühlen, konnte sie nicht richtig kennenlernen. Ich konnte keine Bindung zu ihnen aufbauen. Auch hier wurde ich also eher auf Abstand gehalten. Bei mir kamen nie wirklich Gefühle an, weder Trauer noch Freude. Es gab nur eine einzige Szene, wo ich ganz kurz mitgelitten hatte und gerade das finde ich bei so einem Buch sehr schade. Eventuell lag das auch daran, dass die Briefe eher förmlich gehalten waren und nicht so wie ich mir Briefe unter guten Freunden vorstelle, aber vielleicht war das 1914 so üblich, ich weiß es nicht.

Aber ich möchte nicht nur „schlecht“ reden, ich bin gut in die Geschichte rein gekommen. Die Briefe sind oft sehr kurz, wodurch ich nur so durch die Seiten flog und das Buch recht schnell beendet hatte. Es war interessant zu lesen, was alle Personen erlebt haben und wie sie empfunden haben, auch wenn das nicht bei mir ankam. Man hat zwar sehr wenig vom Kriegsgeschehen mitbekommen, natürlich ist es Thema, aber ich habe nichts „neues“ gelernt, dennoch fand ich das Buch angenehm zu lesen und es hat mir einige schöne Stunden beschert. Was ich allerdings sehr gut fand, ist, dass umso weiter die Geschichte vorangeschritten ist, desto mehr hat man gemerkt, wie Tom der Krieg zusetzt. Die Autorinnen sind hier auch wirklich auf Trauma, Depressionen, Ängste eingegangen, sowohl aufseiten von Soldaten als auch bei den Menschen Zuhause.

Auf den schreibstill kann ich nur sehr schlecht eingehen, da ich ja „nur“ Briefe zu lesen bekommen habe. Aber diese waren flüssig zu lesen, wahrscheinlich auf die Sprache von 1914 angepasst und etwas formeller, dennoch sehr leicht zu lesen. Ich hatte keine Schwierigkeiten und habe nicht wirklich was besonders entdeckt, außer eben die Anpassung an die Zeit.

Kurz und Knapp:

Ich fand es schade, dass ich durch die Briefform so auf Abstand gehalten wurde, sowohl was das Geschehen im Krieg oder in England betrifft, als auch die Charaktere. Ich wäre gern näher dran gewesen. So kamen bei mir leider wenig Emotionen an. Ich konnte nicht mitfühlen mit den Charakteren und keine Bindung aufbauen. Das Buch lies sich sehr schnell lesen, ich flog nur so durch die Seiten. Was ich sehr gut fand, ist das auch auf Träume, Ängste, Depressionen eingegangen wurde, sowohl bei Soldaten aus auch bei den Menschen Zuhause. Der schreibstill war flüssig und einfach zu lesen, aber an die Zeit angepasst.

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