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Dezember 21

Hirngespenster von Ivonne Keller [Rezension/Werbung]




Genre: Roman
Seitenanzahl: 411
Preis: nur mehr gebraucht erhältlich (Taschenbuch)
Erscheinungsdatum: 01.09.2014
Verlag: Knaur







Inhalt:

Als Silvie nach einem Unfall erwacht, ist die einst so lebenslustige Frau gefangen in ihrem eigenen Körper. Ihre Schwester Anna, die seit Jahren kurz vor einem Zusammenbruch stand, scheint verschwunden – und die Frau, die sie so liebevoll pflegt, hat Silvie über Jahre als gefährliche Rivalin gesehen. ©Knauer

Meine Meinug:

Ich habe mir das Buch gekauft, weil ich kürzlich ein Video gesehen hatte, in dem über dieses Buch geschwärmt wurde. Ich weiß leider nicht mehr, von wem das Video war. Die guten Bewertungen auf Amazon und Co haben mich noch mehr überzeugt, doch leider war das Buch wohl nichts für mich. Es fällt mir auch wirklich schwer, etwas zu diesem Buch zu sagen, denn hat es keine greifbaren Gedanken oder Gefühle hinterlassen. Das Einzige, was blieb, war Unverständnis und Kopfschütteln.

Der Einstieg in das Buch verspricht einiges. Denn wir erleben direkt auf den ersten Seiten, wie Silvie gefangen in einem Körper ist, der ihr nicht gehorchen will. Wie verzweifelt sie eigentlich darüber ist. Ab da hatte mich das Buch gefesselt, zumindest kurzzeitig. Ich wollte wissen, wie es dazu kam, wie es weiter geht und ob es Silvie jemals wieder besser gehen kann. Das klingt jetzt eventuell makaber, aber ich wollte wissen, wie sehr Silvie leidet und wie die Menschen in ihrem Umfeld damit umgehen.

Das ganze Buch ist in der Vergangenheit geschrieben und erzählt, was vor dem Unfall passiert ist, aber in fast jedem Kapitel erfahren wir auch etwas aus der Gegenwart. Wie es Silvie gerade geht, was rund um sie passiert und was sie gerade denkt. Die Geschichte wird aus mehreren Perspektiven erzählt, einmal aus Silvies Sicht, dann aus Annas Sicht und aus Sabinas Sicht. Durch die ständigen Sichtwechsel kommen keine Längen auf, es entstand keine Langeweile. Es gab immer in zumindest einem Erzählstrang etwas Interessantes, was ich unbedingt weiterverfolgen wollte.

Allerdings treten dadurch auch viele Verwirrungen und Fragen auf, die erst wirklich am Ende erklärt werden und das hat mich immer ein wenig gestört. Am Ende ergab zwar alles Sinn, aber während des Lesens war es störend. Das liegt eventuell auch daran, das wir die Gegenwart nur von Silvie erzählt bekommen und nicht noch von einer außenstehenden Person. Doch wäre das der Fall, hätte das Ende nicht mehr funktioniert. Ihr seht, ich weiß selbst nicht so genau, was ich eigentlich möchte, ich kann euch nur sagen, dass mich das gestört hat und sehr verwirrend war.

Mit der Sicht von Anna hatte ich so meine Probleme. Ich konnte mir nie sicher sein, wer mir die Wahrheit erzählt und wer völlig an der Realität vorbeilebt. Denn Anna reagiert oft über und ist nicht wirklich greifbar, erweckt aber einen glaubwürdigen Eindruck. Doch genau diesen Eindruck erwecken alle anderen Personen auch. Ich kam oft mit mir ins Hadern und war mir nicht sicher, wer jetzt die Wahrheit erzählt.

Auch zu Silvie konnte ich keine direkte Verbindung aufbauen, weil sie einige Dinge getan hat, die ich völlig verwerflich finde und für die ich sie am liebsten gegen die Wand klatschen möchte. Auf der anderen Seite tut sie mir aber schrecklich leid. Ich war immer hin und her gerissen zwischen ich bin wütend auf sie und eigentlich habe ich Mitleid mit ihr. Die Emotionen und Gedanken in der Gegenwart konnte ich um einiges besser nachvollziehen als die in der Vergangenheit.

Doch das Ende hat mir das ganze Buch versaut, es tut mir leid, aber es ist so. Das war hier aufgegriffen wurde am Ende ist einfach gar nicht meins und auch nicht das, was ich am Klappentext versprochen bekommen habe. Ja, ich hatte eine Vorahnung und fand gewisse Dinge sehr seltsam, aber ich habe mit vielen möglichen Enden gerechnet, aber nicht mit dem. Und da das Buch leider im Großen und Ganzen nichts an sich hatte, außer das es spannend und dadurch schnell zu lesen war, war das Ende eher ein Schlag in den Magen für mich.

Der Schreibstil war leicht und flüssig zu lesen, aber hat sich durch nichts von anderen Autoren abgehoben. Ich habe keine wirkliche Besonderheit entdecket, außer das Ivonne Keller sehr stark auf Beschreibungen verzichtet, egal ob von Personen, Umgebungen, Gerüchen oder was auch immer. Mir fiel das während des Lesens zwar nicht wirklich auf, aber jetzt fällt mir auf das ich nie ein richtiges Bild von einer Figur, einem Haus oder eine Umgebung hatte.

Kurz und Knapp:

Der Roman hat mir nichts gegeben und keinerlei Gefühle oder Emotionen hinterlassen. Es war zwar spannend und konnte mich auch „fesseln“, aber das reichte mir irgendwie nicht. Ich konnte keinen der Charaktere so wirklich greifen oder Bezug zu ihm aufbauen. Das Ende war für mich ein Schlag in den Magen, es hat mir eigentlich das ganze Buch noch mehr zerstört. Das liegt aber sehr wahrscheinlich an mir und an dem Thema und nicht am Buch direkt.


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VeröffentlichtDezember 21, 2020 von Sabine in Kategorie "Rezension", "Roman

1 COMMENTS :

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