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August 1

Halte mich. Hier von Kathinka Engel [Rezension/Werbung]

Genre: New Adult
Seitenanzahl: 387
Reihe: 2 von 3
Preis: 12,99€ [D] 13,40€ [A] (Klappenbroschur)
Verlag: Piper
Erscheinungsdatum: 04.11.2019










Inhalt:

Sie sind sich bislang nur einmal begegnet, doch bei einem gemütlichen Abend unter Freunden sprühen zwischen den beiden plötzlich die Funken.
Zelda ist das unangepasste Nesthäkchen einer reichen Familie und soll standesgemäß heiraten. Nichts wünscht sie sich mehr, als ihre Bestimmung im Leben zu finden. Malik stammt aus einer armen Großfamilie und träumt davon, eines Tages als Koch zu arbeiten. Das Glück, das sie empfinden, wenn sie zusammen sind, lässt zunächst alle Bedenken in den Hintergrund treten. Doch Maliks Hautfarbe sorgt dafür, dass die Beziehung der beiden nicht nur von Zeldas Familie abgelehnt wird. Gemeinsam kämpfen sie – gegen alle Widerstände, für ihre Liebe und die Verwirklichung ihrer Träume. ©Piper

Meine Meinung:

Ich habe mich sehr auf dieses Buch gefreut, nachdem mir der erste Band so gut gefallen hat und ich Zelda und Malik schon sehr gern hatte, wollte ich natürlich unbedingt wissen, wie das mit den beiden weiter geht. Ich wurde leider ein wenig enttäuscht.

Ich konnte mich mit Zelda sehr gut identifizieren, sie ist ein wenig wie ich. Das Chaos, das in ihrem Kopf herrscht, die Gedanken, die von einem Punkt zum nächsten Springen und fast gar nicht zu Ende gedacht werden. Ihre verrückten Haarfarben und ihr allgemein beschriebenes Auftreten, hat mich zumindest zum Teil an mich selbst denken lassen

Malik hingegen war da anders, ich konnte ihn stellenweise einfach nicht verstehen. Er hat bei allem sofort diesen Rassismusgedanken im Kopf, es gibt eben einfach Arschlöcher und die behandeln alle Menschen scheiße, egal welche Hautfarbe, welches Geschlecht, welche Herkunft, usw. doch bei ihm ist es sofort Rassismus. Es gibt im Leben auch einfach Situationen, aus denen niemand raus geht ohne einmal angeschrien, fertig gemacht zu werden oder anders erlebt zu haben. Ich verstehe das, natürlich wenn man durch seine Hautfarbe viel erlebt dann denkt man da sehr schnell daran, doch er bekommt eben oft gesagt, das es so gar nicht gemeint war, das es normal ist (für diese Person) aber irgendwie scheint das bei ihm nicht anzukommen.

Die Liebesgeschichte zwischen den beiden ging mir eindeutig viel zu schnell. Aus Band eins weiß man das sich die beiden nur flüchtig kennen und auch hier verbringen sie nicht viel Zeit miteinander bevor sie sich Hals über Kopf ineinander verlieben und ihre Liebe zueinander gar nicht mehr unter Kontrolle haben. Was mich auch wirklich gestört hat, war die beiden denken über den anderen und ihre Gefühle/ ihr Verlangen nach und denken dabei aber immer wieder „aber ich kenne ihn/sie gar nicht.“, und ich saß da und habe mich gefragt, was der Mist jetzt soll. Willst du es oder nicht? Bist du bereit dazu oder nicht? Aber mir ging das trotzdem alles zu schnell, man kann sich eventuell in wenigen Stunden verlieben und etwas für den anderen „Empfinden“, aber das, was hier beschrieben wurde, war schon fast auf, „Ich sehe dich und will dich sofort Heiraten“ Niveau. (Das ist natürlich ein wenig überspitzt jetzt, aber so kam es bei mir an.)

Die beiden haben sich manchmal wie 13-jährige Teenager benommen, ich denke, gerade in dem Alter sollte man seine Lust unter Kontrolle haben, nicht immer nur an das eine denken und auch normal miteinander umgehen können. Ja, gerade am Anfang hat man viel Sex miteinander, es gibt viele gemeinsame Stunden, aber kontrolliert und nicht so wie hier zweitweiße. Ich habe mir stellenweise echt an den Kopf gegriffen und mich gefragt, ob das ein normales Verhalten ist und ich es eventuell einfach nicht nachempfinden kann.

Beide kommen aus eher schwierigen Verhältnissen, Zelda aus einer reichen Familie, die sie unbedingt mit einem, für sie passenden Mann, verheiraten wollen. Malik aus einer Großfamilie, die es bestimmt nicht immer einfach hat, auch aufgrund der Hautfarbe. Außerdem war Malik im Gefängnis. Hier prallen zwei Welten aufeinander und genau deswegen habe ich mir hier viel erhofft. Doch Maliks Vergangenheit ist hier so gut wie kein Thema, auch der Widerstand, wie er im Klappentext versprochen wird, kommt erst sehr spät ins Spiel und ist direkt danach wieder erledigt. Ich hätte mir viel mehr Tiefgang gewünscht in diesem Thema. Wie war es für Malik im Gefängnis? Was hat sich verändert? Wie stellen sich die beiden das vor? Immerhin kommen sie aus zwei unterschiedlichen Welten. Aber mir wurde all das zu wenig thematisiert. Wir bekommen dafür sehr großzügig mit wie Zeldas Eltern sie mit einem Mann zusammenbringen wollen und was Zelda davon hält. Ich fand das nicht schlecht, es war interessant, aber da hätte mir das einmal gereicht, wenn ich dafür mehr Informationen über alles andere bekommen hätte.

Der Schreibstil war, wie auch beim ersten Band schon, leicht, flüssig und schnell zu lesen. Ich bin nur so durch die Seiten geflogen und durch die regelmäßigen Perspektivwechsel wird es auch nicht langweile und man erfährt immer was beide Seiten zu einer gewissen Situation denken/fühlen. Ich fand es nur schade, dass alle anderen Figuren fast gar nicht auftauchten.

Es ist eine nette, leichte Liebesgeschichte für zwischendurch. Ich denke, ich habe mir einfach zu viel erwartet, weil die Problematik hier so viel Spielraum geben würde, weil man so viel mehr hätte in die tiefe gehen können.

Noch mal kurz etwas zum Thema Rassismus, bevor hier ein falsches Bild von mir entsteht. Ich bin gegen Rassismus, ganz klar, jeder Mensch sollte gleich behandelt werden, egal welche Hautfarbe, Herkunft, Religion, Vermögensstand und so weiter. Aber nur weil ich eine dunkle Hautfarbe habe, ist nicht gleich alles rassistisch. (Die hier beschriebenen Situationen, in denen Malik sich aufregt, haben für mich wenig mit Rassismus zu tun. Das sind ganz normale/alltägliche Dinge von denen jeder von uns ein Lied singen kann.) Das ist genauso, nur weil ich eine Frau bin, ist es nicht gleich „verwerflich“ weil man mich auf der Straße anspricht und mich fragt, ob ich Lust habe auf einen Kaffee. Oder weil man mir ein Kompliment macht, weil meine Haare heute besonders toll sind.

Kurz und knapp:

Ich konnte mich mit Zelda sehr gut identifizieren. Malik hingegen ist mir ein wenig „unsympathisch“, weil laut ihm immer alles sofort Rassismus ist. (Ich meine das nicht Böse oder ähnliches, aber es ist eben nicht immer sofort alles Rassismus.) Die Liebesgeschichte zwischen den beiden ging mir viel zu schnell und ihr Verhalten erinnerte mich eher an zwei 13-jährige Teenager, als an zwei erwachsene Menschen, die genug eigene Probleme haben und in sehr schweren Verhältnissen leben/aufgewachsen sind. Mir wurde außerdem zu wenig auf die Konflikte und die Widerstände von außen eingegangen, dass es eben schwer ist, weil zwei Welten aufeinanderprallen. Mir wurde Maliks schwere Vergangenheit zu wenig thematisiert und allgemein hatte mir das Buch zu wenig Tiefgang. Es ist ein nettes Buch für zwischendurch, aber mehr leider auch nicht.

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VeröffentlichtAugust 1, 2020 von Sabine in Kategorie "New Adult", "Rezension

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