Die Sternenbucht von Lorna Cook [Rezension/Werbung (Rezensionsexemplar)]




Genre: (Historischer)Roman
Seitenanzahl: 458
Preis: 10,00€ D & 10,30 € A
Erscheinungsdatum: 14. Juni 2021
Verlag: Pengiunverlag

Hier geht es zum Buch: Penguin Verlag

Inhalt:

1943: Der Krieg steht vor den Toren Englands und das kleine Dorf an der englischen Küste muss geräumt werden, denn die Armee braucht es als Stützpunkt. Lady Veronica verlässt ihr Anwesen nur mit dem nötigstem im Gepäck, denn sie weiß, das sie auch nach dem Krieg nie wieder zurückkommen wird. Denn obwohl sie das Haus und der Ort sie an ihre große Liebe erinnert, bringt das Haus nicht nur gute Erinnerungen mit sich.

2018: Melissa verbringt den Sommer an der englischen Küste mit ihrem neuen Freund, und während er mal wieder den ganzen Tag am Strand Surfen ist, fährt sie nach Tyneham, dem vergessenen Dorf, das 1943 den Bewohnern ganz grausam entrissen wurde und als Armee Stützpunkt verwendet wurde und jetzt ein Museum ist. Dort sieht sie das Foto einer geheimnisvollen Frau, der Ausdruck auf ihrem Gesicht macht Melissa neugierig und sie will mehr über diese Frau in Erfahrung bringen. Gemeinsam mit dem Journalisten Guy taucht sie immer tiefer in die Vergangenheit dieser geheimnisvollen Frau ein und ahnt nicht, dass dort ein Geheimnis begraben liegt, das auch ihr eigenes Leben verändert wird.

Meine Meinung:

Ich hatte keine großen Erwartungen an das Buch. Ich habe einfach nach einem Buch gesucht, das mich unterhalten kann und das ich zwischendurch mal lesen kann, weil es bei mir privat in der letzten Zeit ein wenig stressig war. Dann habe ich das Buch beim Verlag gesehen und der Klappentext hat mich sofort angesprochen, es klang nach etwas, bei dem ich abschalten kann und so habe ich es dann als Rezensionsexemplar angefragt und erhalten. An dieser Stelle möchte ich mich noch einmal ausdrücklich beim Verlag bedanken. Aber dieses Buch hat mich begeistert in seinen Bann gerissen und mir etwas geboten, mit dem ich nicht gerechnet habe.

Das war eines der wenigen Bücher, wo ich beide Zeitstränge wirklich gut und spannend fand, normalerweise gefällt mir immer einer besser und das ist vorwiegend die Vergangenheit, doch hier haben mir beide sehr gut gefallen, denn hier hatten sie auch wirklich miteinander zu tun. Viele Sachen hingen direkt miteinander zusammen und es musste erst in der Gegenwart etwas in Gang gesetzte werden, damit ich erfahre, was 1943 passiert ist, das hat mir wirklich sehr gut gefallen! Es hat beide Zeitebenen gebraucht, damit dieses Buch Sinn ergab. Ich war sowohl sehr gerne 2018 mit Melissa und Guy unterwegs und habe verfolgt, wie die beiden dem Ganzen auf die Spur kommen und was ihr Privatleben so macht. Andererseits war ich auch sehr gerne 1943 bei Veronica und habe mit ihr mit gelitten.

Durch die Dinge, die im Jahr 1943 passieren, sorgt die Autorin für eine gewisse Spannung, denn ich als Leser wollte wissen, wie es weiter geht. Ich wollte wissen, ob Melissa und Guy das Geheimnis lüften können, wollte aber auch wissen, wie es Veronica geht und wie es in ihrer Geschichte weitergeht, wie es überhaupt so weit kommen konnte. Egal in welchem Zeitstrang ich war, ich habe mich schon auf den nächsten gefreut, der mich wieder in die andere Geschichte bringt. Mich haben beide Handlungen sehr abgeholt und gefesselt, jede auf ihre eigene Art und Weise. Ich habe mit dieser Art von Spannung nicht gerechnet, es klangt einfach wie ein nettes Buch für zwischendurch, doch es hat mich nicht mehr losgelassen.

Die Charaktere habe ich ins Herz geschlossen und mit ihnen mit gefiebert, gelitten und mich mit ihnen gefreut. Sie waren alle etwas Besonderes und ich hatte das Gefühl, das könnten reale Personen sein und nicht bloß Figuren in einem Buch. Alle waren irgendwie so Real und nahbar. Alle hatten Fehler, Macken und Kanten, niemand war perfekt oder auch nur nah dran, auch wenn es nicht immer so „erzählt“ wurde.

Was mich wirklich ein wenig gestört hat, war, wie Melissa über Guy dachte beziehungsweise wie sich das entwickelt. Denn Melissa beschreibt ihn immer als so perfekt, er ist ja SO toll, SO schön, SO klug,…. Außerdem vertraut sie ihn in meinen Augen viel zu schnell, ganz am Anfang im Buch passiert etwas, das die ganze Geschichte eigentlich erst in Gang bringt, in meinen Augen erholt sich Melissa viel zu schnell davon und daher ist das mit Guy irgendwie seltsam. Aber es passt und irgendwann hab ich mich damit abgefunden gehabt und habe es einfach genossen. Ich habe es dann einfach so hingenommen und nicht weiter darüber nachgedacht und dann ging es wirklich und war auch vollkommen okay.

Der Schreibstil war locker, leicht und wirklich gut zu lesen. Schön flüssig und sehr angenehm. Ich habe noch, während ich dieses Buch gelesen habe geschaut, ob es von der Autorin weitere Bücher gibt, leider war das ihr Debüt, ich kann also nur hoffen, von der Autorin noch mehr lesen zu können.

Abschließend möchte ich eine Triggerwahrung aussprechen, ich bin mir nicht sicher, ob es hier wirklich notwendig ist, aber ich schreibe lieber einmal zu viel als einmal zu wenig und wenn ich so jemanden helfen kann, auch wenn es nur einer Person ist, dann soll mir das Recht sein und dann hab ich mein Ziel erreicht. Auch wenn alle anderen denken, es wäre jetzt „nicht so schlimm“. Aber in diesem Buch geht es gerade in der Vergangenheit um häusliche Gewalt, es gibt zwar keine wirklich brutalen Szenen, in denen beschrieben werde Würde wie xy passiert, aber es wird sehr oft erwähnt und man bekommt einiges mit, daher möchte ich diese Wahrung einmal aussprechen. Das erfährt man auch gleich am Anfang des Buches!

Kurz und Knapp:

Ich hatte keine großen Erwartungen an das Buch, doch es hat mich wirklich begeistert. Ich bin wirklich froh, dass ich es vom Verlag als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt bekommen habe! Mich konnten beide Zeitstränge wirklich begeistern, denn sie waren miteinander verknüpft und hätten nicht ohne einander funktioniert, denn oft musste erst etwas in einer Zeit passieren, damit es in der nächsten quasi weiter gehen konnte. Die Handlungen haben gegenseitig die Steine ins Rollen gebracht. Die Autorin hat es geschafft, mich zu fesseln, in den Bann zu ziehen und mir die Gänsehaut über den Rücken laufen zu lassen und das bei 30 Grad. Das Buch war spannend, einnehmend und hatte etwas ganz Besonderes. Die Charaktere waren allesamt Real und greifbar. Ich habe mit gelitten, habe mich mit ihnen gefreut, mich mit ihnen geärgert und habe sie ins Herz geschlossen. Das Einzige, was mich ein wenig gestört hat, war, wie Melissa Guy beschrieben hat, beziehungsweise gesehen hat, er war ja immer SO klug, SO hübsch, SO toll … Aber ansonsten fand ich das Buch wirklich toll. Ich bin nur so durch die Seiten geflogen.

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