Die rote Jägerin [Rezension/Werbung (Reznesionsexemplar)]




Genre: Thriller
Seitenanzahl: 597
Reihe: Teil 1 von ?
Preis: 10,00€ (D) & 10,30€ (A)
Erscheinungsdatum: 19. Juli. 2021
Verlag: Goldmann

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Inhalt:

Inspector Jon Gutiérrez ist frisch vom Dienst suspendiert, als der mysteriöse Mann Namens Mentor ihn aufsucht. Mentor möchte ihm einen Deal vorschlagen, Jon muss Antonia dazu bewegen, an einem neuen Fall zu arbeiten, denn die intelligente Frau scheint die Einzige zu sein, die dieses Verbrechen lösen kann. Dafür verschwindet alles über Jons Suspendierung aus dem Netz. Da Jon keine andere Wahl sieht, lässt er sich darauf ein, doch er weiß nicht, wie speziell Antonia ist. Sie ist keine Polizisten, trägt keine Waffe bei sich und hat trotzdem schon Dutzende Verbrechen geklärt. Seit einem tragischen Vorfall weigert sie sich jedoch, die Wohnen zu verlassen. Doch genau dazu muss Jon sie bewegen, denn der Täter hat es auf die reichsten und mächtigsten Leute des Landes abgesehen und hinterlässt keine Spuren..

Meine Meinung:

Als das Buch bei mir ankam, war ich ein wenig besorgt, denn für einen Thriller ist dieses Buch doch sehr dick mit seinen knapp 600 Seiten. Ich hatte Angst, dass sich die Geschichte ziehen könnte und es ein eher langweiliges Buch werden würde, mit wenig Spannung und viel drum herum. Doch da habe ich mich getäuscht und zwar gewaltig.

Der Thriller ist in kurzen Kapitel und wechselnden Perspektiven geschrieben, was die Handlung dynamisch macht. Durch die extrem kurzen Kapitel fliegt man nur so durch die Seiten und hat innerhalb kurzerster Zeit diesen doch sehr dicken Thriller beendet. Außerdem durch den ständigen wechseln lernt der Leser die Charaktere besser kennen, kann sie eher einschätzen und erfährt sehr gut, was in ihrem Kopf vorgeht.

Der Plot ist abwechslungsreich und es wird nie langweilig. Der Autor hat hier einen Spannungsbogen geschaffen, den ich wirklich gut gelungen finde. Es gibt durchaus mal Momente, in denen man durchatmen kann, überlegen kann, was gerade passiert ist und wie es wohl weiter gehen könnte, aber direkt darauf nimmt die Geschichte wieder an fahrt und Spannung auf und man ist wieder gefesselt.

Dieser Thriller war mal etwas einzigartiges und ich hoffe wirklich, das der Verlag alle weiteren Bände übersetzt.Antonia ist wirklich sehr speziell, aber genau das macht das Buch so besonders. Auch hier haben wir so diesen „gebrochenen“ Typen und den Polizeituch, aber hier ist es vollkommen in Ordnung! Ihre Art der „Besonderheit“ ist das eigentlich unter anderem das, was das Buch ausmacht. Denn wäre Antonia ein normaler Mensch oder eine normale Polizistin, wäre dieses Buch hier eher Standard, doch durch ihre sehr spezielle Art/Begabung und Co ist das hier wirklich gut gemacht. Ja, ganz klar kann man Antonia als „Superheldin“ hinstellen, doch das würde ich gar nicht tun. Denn alles, was sie hier macht und ihre ganz spezielle Art und ihre Handlung einfach sie als Person, wird erklärt. Es wird nicht so hingestellt, als wäre da einfach so, sondern es ergibt Sinn, es wird begründet und auch sie macht Fehler. Sie ist also keineswegs „Perfekt“ oder irgendwie heldenhaft.

Alle Figuren bis hin zum Nebencharakter, waren sehr individuell gezeichnet und wirklich gut dargestellt. Ich hatte nicht das Gefühl, das es einen Charakter gab, bei dem sich der Autor keine Gedanken gemacht hätte. Jeder von ihnen hat seine Eigenheiten, individuelle Charakterzüge und ein anderes Auftreten.

Es gab eine kleine Sache, die mich wirklich gestört hat, immer wenn die Rede von Jon war viel regelmäßig der Satz „Nicht dass Jon dick wäre“, nach dem 5-mal habe ich es dann auch verstanden und ich konnte nur mehr die Augen verdrehen, wenn ich diesen Satz gelesen habe. Ich weiß wirklich nicht, wozu dieser Satz gut war, ob das einen Sinn haben sollte oder keine Ahnung. Für mich war er einfach nur nervig, weil ich ihn irgendwann schon gefühlte 5000-mal gelesen hatte und diese Information bereits hatte.

Den Fall an sich fand ich gar nicht sooo spannend, ja klar wollte ich wissen, wie das Ganze ausgeht und was es mit diesem Fall auf sich hat, aber ich fand die Charaktere so viel spanender und einnehmender als den Fall. Der Fall war einfach eine Rahmenhandlung für diese Charaktere und das habe ich bei einem Thriller sehr selten, denn eigentlich lese ich das Buch ja um einen spannenden Fall zu lesen und nicht um von tollen Charakteren zu lesen, doch hier hat es mich gar nicht gestört. Denn der Fall war ja nicht uninteressant, natürlich war auch dieser spannend, doch er war für mich eine Nebenhandlung. Ich wollte immer mehr von Antonia und ihrer Vergangenheit erfahren, ich wollte mehr über ihr Leben und ihre Begabung wissen.

Natürlich kommt noch hinzu, dass wir hier keine klassische Polizeiarbeit lesen, dieser Thriller unterscheidet sich also ein wenig von allem anderen, obwohl wir einen Polizisten dabei haben. Denn für Antonia gibt es keine direkten Regeln, sie arbeitet nach ihren eigenen Regeln und das kann ihr so auch niemand verbieten. Das macht die ganze Geschichte noch mal um einiges spannender und sorgt für einen gewissen extra Kick, da man nie genau weiß, was sie als Nächstes tun wird. Denn bei „normalen“ Ermittlern weiß man, dass sie eingeschränkt sind und erst mal eine Genehmigung brauchen, um zum Beispiel ein Telefon abzuhören. Bei Antonia läuft das Ganze ein wenig anders und dadurch läuft auf die Ermittlung ein wenig anders ab.

Kurz und Knapp:

Was für ein Thriller! Die Kapitel sind kurz und wirklich spannend geschrieben. Durch den ständigen Perspektivwechsel wird es nie langweilig und der Leser lernt die Charaktere besser kennen. Der Plot ist abwechslungsreich und hat genau das richtige Maß an Spannung, aber auch einige kleine Verschnaufpausen. Antonia ist wirklich sehr Spezielle und genau das habe ich an ihr geliebt. Ich fand den Fall an sich gar nicht so spannend, für mich waren die Charaktere und gerade Antonia das spannende an diesem Buch. Ich wollte immer mehr über Antonia und ihre Vergangenheit erfahren. Gut gefallen hat mir das, obwohl ein Polizist eine Hauptfigur ist, es keine klassische Ermittlungsarbeit gibt, denn so entsteht auch ein gewisses Maß an Spannung und es verleiht dem ganzen einen extra Kick.

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