Die Harpyie von Megan Hunter [Rezension/Werbung]




Genre: Roman
Seitenanzahl: 227
Preis: 22,00€ (D) & 22,70€ (A)
Erscheinungsdatum: 22. Februar.2021 (zweite Auflage)
Verlag: C.H.Beck

Hier geht es zum Buch: Klick mich!

Inhalt:

Jack hat sie betrogen und Lucy schließt mit ihm einen gefährlichen Packt. Drei Mal darf Lucy ihn bestrafen, wann und auf welche Weiße entscheidet sie. Zwischen Rache und Vergebung erwacht in Lucy eine Seite, die schon immer tief in ihr geschlummert hat und die besser verborgen geblieben wäre.

Meine Meinung:

Das Buch ist mit seinen 227 Seiten doch sehr dünn und ich weiß nicht so recht, was ich mir erwartet habe, aber bestimmt nicht das, was ich bekommen habe. Diese Rezension muss ich auch ein wenig anders verfassen, als ich es normalerweise tue, denn ich kann hier aufgrund der wenigen Seiten sehr wenig auf den Inhalt eingehen. Dafür gibt es einige andere Punkte, die ich unbedingt mit euch teilen möchte.

Die Autorin hat eine Sprachgewalt, die ist unglaublich. Diese Art von Schreibstil gibt es sehr sehr selten. Ich kann ihn gar nicht richtig beschreiben. Er ist sehr bildreich, ich konnte mir das meiste bildlich vorstellen, wie bei einem Film. Ich hatte bei jedem Satz ein Bild im Kopf, stand daneben und habe das Ganze von außen beobachtet.

Der Fokus der Geschichte liegt nicht auf diesen Bestrafungen oder gar auf der Rache oder so was, denn das wird eigentlich nur ganz kurz thematisiert. Der Fokus liegt viel mehr auf den Auswirkungen des Betruges. Wie es Lucy psychisch damit geht, wie sie damit fertig wird, was für Gedanken sie hat. Wir verfolgen also viel mehr eine Mutter und Hausfrau, die betrogen wurde. Das ist nicht ganz das, was ich mir durch den Klappentext erhofft und erwartet hatte, aber das macht das Ganze nicht unbedingt schlecht, dennoch anders.

Die Art, wie diese Geschichte erzählt wird, ist auch sehr interessant. Zum einen wird alles in der „Ich“ Perspektive erzählt. Das fand ich sogar sehr gut, denn so konnte ich Lucy etwas näher sein und alles etwas besser verstehen, aber dazu gleich mehr. Aber der Leser bekommt zwischen den „normalen Kapiteln“ auch die Gedanken von Lucy mit. Wobei ich mir nicht sicher bin, ob Gedanken hier das richtige Wort ist. Manchmal ist das etwas störend, denn oft haben diese Einschübe nichts mit dem gerade erlebten zu tun, sondern sind einfach „wilde“ Ansammlungen an Dingen, die Lucy wohl gerade denkt beziehungsweise im Verlauf der Geschichte gedacht hat. Aber natürlich bringt auch das den Leser näher an Lucy.

Ich selbst konnte zu Lucy irgendwie keine Verbindung aufbauen. Manchmal hat sie Dinge getan, gedacht, gesagt,.. die ich gar nicht verstehen oder nachvollziehen konnte. Die Gedanken von Lucy haben mich so fertig gemacht, dass ich mich gefragt hab, in welchem kranken Kopf ich stecke. (Ich meine das jetzt nicht abwertend oder negativ, aber ich glaube jeder der dieses Buch gelesen hat weiß wie ich es meine). Die Bindung zu Lucy wäre hier aber glaube ich sehr wichtig gewesen, denn nur so kann man das was sie da tut und wieso sie es tut verstehen. Das hat mit leider sehr häufig gefehlt.

Das Ende war für mich viel zu plötzlich und sehr verwirrend. Ich hatte einige Fragezeichen im Kopf, die mir niemand aufgelöst hat. In diesem Fall denke ich aber, dass es die Absicht der Autorin war. Aber das Ende hat mich völlig sprachlos zurückgelassen und ich wusste nicht, was ich über dieses Buch denken soll, das weiß ich übrigens immer noch nicht. Ich kann diesem Buch keine Bewertung geben, denn obwohl ich es an einem Tag verschlungen habe und obwohl ich den Schreibstil so ausgewöhnlich fand, hat mich die Geschichte so fertig gemacht, das ich keine endgültige Meinung dazu abgeben kann.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.