Der Mutterode von Carol Stivers [Werbung/Rezension (Rezensionsexemplar)]




Genre: Science Fiction
Seitenanzahl: 410
Preis: 15,00€ (D) & 15,50€ (A)
Erscheinungsdatum: 12.Juli.2021
Verlag: Heyne

Hier geht es zum Buch: Heyne

Inhalt:

2049: Die Menschen begehen einen riesen großen Fehler und rotten mit einer nicht erprobten Bio – Waffe beinah die ganze Bevölkerung aus. Das Überleben der Menschheit hängt am seidenen Faden, die einige Chance, die noch besteht, ist eine spezielle, noch nie da gewesene In-Vitro-Behandlung. Die zukünftigen Kindern sollen von Robotermuttern ausgetragen werden, gepflegt und versorgt werden, bis sie alt genug sind, um in die Gesellschaft integriert zu werden. Die US-Regierung entwickelt den „Muttercode“

Elf JahElf Jahre später streifen Kai und seine Mutter Roh-Z durch das zerstörte Amerika, immer auf der Suche nach anderen Kindern und einer sicheren Umgebung mit Nahrung. Seine Mutter bringt ihm alles bei, was er wissen muss, umsorgt und liebt ihn. Doch dann beschließt die Regierung, die Mütter abzuschalten und für Kai und seine Mutter beginnt ein Wettlauf gegen die Zeit und ein Kampf um Leben und Tod.

Meine Meinung:

Das Buch wird in zwei Handlungssträngen erzählt, einmal sind wir bei der US-Regierung, die versucht, das Problem zu lösen und einmal sind wir bei Kai und seiner Robotermutter. Und ich muss offen und ehrlich zugeben, dass mir die kurzen Einblicke bei Kai nicht genug waren. Ich hatte ein wenig die Hoffnung, dass wir viel Zeit bei den Kindern und ihren Müttern verbringen und mitbekommen, wie die Mutter die Kinder großziehen und erziehen, wie sie für sie sorgen und so weiter. Doch das bekommen wir eigentlich sehr wenig mit. Ab einem gewissen Punkt im Buch spürt man zwar die enge Verbindung zwischen den Kindern und den Müttern und man weiß dann auch ein wenig mehr, wie das alles funktioniert und was diese Mütter alles für ihre Kinder tun und können, aber der Leser wird da sehr selten wirklich mitgenommen.

Außerdem habe ich mir die Erzählweise ein wenig anders vorgestellt. Es wird dem Leser sehr viel im „Schnelldurchlauf“ erzählt. Gerade der Anfang, der Beginn von allem und auch einige Jahre werden so erzählt. Oft springen wir mehrere Jahre in die Zukunft, ohne direkt zu erfahren, was dazwischen passiert ist, das ist dann einfach so. Wenn zwei Menschen sich annähern, bekommen wir als Leser das nicht wirklich mit, sondern die sind plötzlich einfach zusammen. Aber ich finde das per se nicht schlimm, denn in beiden Erzählungssträngen wäre wahrscheinlich nicht viel passiert, so hat die Autorin die „langweiligen“ Dinge einfach übersprungen und hat immer nur die relevanten und spannenden Dinge erzählt.

Wobei ich es mir schon gerne etwas „langsamer“ gewünscht hätte. Es hätten ruhig ein paar Seiten mehr sein dürfen, dafür aber hätte die Autorin mehr Zeit gehabt, gewisse Dinge besser zu beschreiben und zu beleuchten. Man hätte die Charaktere besser kennengelernt und sie so eher sympathisch gefunden oder eben auch nicht. Durch diese Zeitsprünge und eigentlich immer sehr wenig Information von den Charakteren und ihr privat und Innenleben konnte ich keine wirkliche Bindung aufbauen, mir kein Bild machen. Das finde ich aber in diesem Fall nicht schlimm, denn darum ging es nicht. Schön wäre es trotzdem gewesen.

Und auch bei den „Erklärungen“, wo es um die Technik des Muttercodes geht, die ganzen Zusammenhänge und so weiter hätte ich mir ein bisschen mehr gewünscht. Ich hätte gern mehr darüber erfahren, wie es dazu kommen konnte, wie diese Technik genau funktioniert und was in den verschiedenen Situationen passieren sollte/könnte. Denn darüber macht man sich als Regierung bestimmt Gedanken. Durch diese schnelle Erzählweise war ich gerade am Anfang sehr verwirrt, denn die Geschichte beginnt eigentlich sofort und ich wurde überflutet mit Informationen. Die ich teilweise aber zweimal lesen musste, weil entweder wurden die Gedanken eines US-Mitglieds wiedergegeben oder aber es war ein Gespräch zwischen diesen und die unterhalten sich natürlich in einem gewissen Fachjargon, so das ich gewisse Dinge zweimal lesen musste, um überhaupt zu verstehen, was gerade eigentlich vor sich geht. Doch das legt sich sehr schnell wieder, das ist der Anfang und ab dann wird es eigentlich verständlich und ich wusste dann endlich sofort, von was geredet wurde.

Ich weiß das alles, was ich bis jetzt geschrieben habe, irgendwie negativ klingen mag, aber so meine ich das gar nicht. Ja, es waren einige Punkte dabei, die ich irgendwie „störend“ fand, aber nichts, das mich beim lesen ernsthaft gestört hätte. Für mich war ab dem 3 Kapitel klar, das die Autorin diese Geschichte eben so erzählt und das ich damit zurechtkomme. Es hatte bestimmt seine Vorteile, wie oben schon beschrieben. Und trotz dieser Erzählweise hat mich das Buch gefesselt und ich wollte wissen, wie es weiter geht. Ich habe mit den Charakteren mitgefühlt und auch eine gewisse Sympathie oder Abneigung entwickelt. Natürlich hätte man hier einige Seiten mehr gehabt, wäre das wahrscheinlich inniger geworden und es wäre nichts „oberflächiges“ geblieben, aber ich fand das in Ordnung. Die Autorin wusste hier anscheinend, was sie tut und wie viel es braucht und was sie weglassen kann, so das es aber trotzdem ein gutes Buch ist.

Als ich das Buch beendet habe, hatte ich eigentlich keine offenen Fragen mehr, ich wusste dann alles, was ich wissen musste, um dieses Buch beruhigt zur Seite legen zu können. Natürlich mehr Informationen wären schön gewesen, aber es hat sie nicht gebraucht. Ich würde das Buch eigentlich gerne besser bewerten, aber ich kann es nicht, denn leider sind das doch so Sachen, die es nicht unbedingt zu einem schlechten Buch machen, aber auch nicht zu einem der besten.

Die Geschichte, die uns Carol Stivers hier erzählt, ist auf der einen Seite erschreckend, auf der anderen Seite aber sehr traurig. Denn bei den Müttern und den Kindern hat die Autorin es geschafft, mir zu vermitteln, wie innig die Bindung zwischen den Kindern und den Müttern ist. Das diese Roboter für diese Kinder wie wirkliche Mütter sind. Sie beschützen sie, sie sorgen für sie, sie bringen ihnen neue Dinge bei und so weiter. Alles, was eine echte Mutter aus Fleisch und Blut auch tun würde, tun diese Roboter. Ja, es ist für mich ein befremdlicher Gedanke, dass ein menschliches Kind von einer Maschine groß gezogen wird. Aber beim Lesen dieses Buches habe ich so mit Kai mitgefühlt und ihn so gut verstanden. Ich habe mit ihm mitgefiebert und gehofft, dass es gut ausgeht für ihn und seine „Mutter“.

Kurz und Knapp:

Ich hätte mir etwas „mehr“ gewünscht, etwas mehr von allem. Die Geschichte wird sehr schnell und mit vielen Zeitsprüngen erzählt, so hatte ich persönlich das Gefühl ich komme den Charakteren nicht nah, ich weiß zu wenig über Kai, seine Mutter, das Projekt und den Muttercode. Ich wollte wissen wie genau das funktioniert, wollte mehr informationen. Ich wollte mehr von Kai lesen und wie genau ein Roboter ein Kind großzieht und was Roh-Z ihren Sohn alles beibringt. Ich wollte einfach näher am Geschehen sein. Aber ich habe trotzdem mit den Charakteren mitgefühlt, gerade mit Kai. Ich habe trotzdem Charaktere Symaphatisch gefunden oder eben nicht. Eine gewisse Bindung war trotzdem da, auch wenn sie nicht so stark war wie es bei anderen Büchern der Fall ist. Trotzdem habe ich das Buch gerne gelesen und wollte wissen wie es weiter geht. Denn es war devintif nie langweilig, ein sehr großer „Vorteil“ an diesem schnellen Erzählstile. Die zwei Erzählperspektiven fand ich persönlich sehr gut, denn so habe ich auch etwas von der Regierung erfahren und war bei den Müttern und ihren Kindern. Ich hatte so einblick auf beide Seiten und konnte die Geschichte so besser verstehen und mitfühlen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.